Dienstag, 10. Juli 2007

Darwin -> Cairns






...und schon wieder ist so viel zeit sehr schnell vergangen. letzte woche habe ich cairns, nach einer sehr, sehr, sehr langweiligen autofahrt (bis auf einige kleine interessante Hoehepunkte), hunderten von toten kaengeruhs, 10 oder 20 toten kuehen am strassenrand und einigen schlangen, an der ostkueste erreicht. Ihr fragt euch jetzt, warum das? Es gibt hier so ca. 50m lange, so genannte roadtrains, die auf nix ruecksicht nehmen und da kann es eben mal sein, dass schnell mal nen kaenguruh ueberwalzt (und das ist kein witz) oder ne kuh uebern haufen gefahren wird.
ein tag liftsuche in darwin reichte aus, um mir erneut eine fahrgelegenheit zu suchen. Ein hollaender hatte sich bei mir gemeldet (auch sein name begann mit einem "R" und so langsam mache ich mir darueber gedanken, was das bedeuten soll? Mittlerweile die vierte person, mit der ich zusammen reise bzw. arbeite und deren name mit "R" beginnt!) und wollte mit mir zusammen die 2800km bestreiten. Einen tag spaeter ging es bereits los und wir fuhren so ca. 600-700km jeden tag. Sein wagen war ein 20 jahre alter van, der nach meinen berechnungen doch einiges an sprit geschluckt haben muss, denn die fahrt war am ende nicht wirklich billiger, als ein flug fuer die selbe strecke.
teilweise schliefen wir, der hollaender in seinem van und ich in seinem zelt, auf oeffentlichen kostenlosen zeltplaetzen, die direkt an der strasse lagen. meistens fand man dort max. nen grossen wasserbehaelter, um sich wenigsten waschen zu koennen und ne feuerstelle. ansonsten nix. nur busch, outback, teilweise nur einspurige, manchmal nicht befestigte einspurige (wirklich nur eine spur) strassen, weite sicht, blauer himmel, sonnig warme autofahrten und 5 grad kalte naechte.
der letzte tag unserer autofahrt sollte jedoch unerwartet interessant werden. gegen mittag hielten wie gewohnt fuer einen tankstop an und suchten anschliessend noch ein ruhiges plaetzten fuer unser mittagessen. schliesslich fanden wir eine parkbank mitten in einem wohl privaten (so genau konnte man es nicht erkennen, es war kein zaun drum, trotzdem stand ein haus drin) garten. Irgendwann musste dann ja der besitzer rauskommen und ich ahnte in diesem moment schlimmes. aber es sollte alles anders werden. er meinte, dass er uns beim fotografieren beobachtete und fragte dann, ob wir nicht noch nen schoenens foto mach moechten. in diesem augenblick fasste er in seinen mitgebrachten leinensack und hielt mir anschliessend ne python ins gesicht. Also wurden spontan fotos mit dem tier gemacht und dann hat er uns noch seine sammlung gezeigt. eine schlange davon war angeblich die giftigste der welt und eine weitere die viertgiftigste.
Nachdem wir dann wieder weitergefahren waren, sind wir ca. 2 stunden spaeter in einem gebiet angekommen, dass ich landschaftlich ehr oesterreich zuordenen wuerde. Gruenes gras, hohe berge, bauernhoefe usw.. fuer mich ein voelliger gegensatz zum gewohnten landschaftsbild der westkueste. nach einer weiteren stunde autofahrt wurde mir dann wirklich bewusst, dass ich an der ostkeuste (auch als uebermaessig lange partymeile bekannt) angekommen war. Verkehrsstaus, ueberfuellte und ueberteuerte hostels, ein pub neben dem naechsten und menschen, menschen, menschen. eigentlich wollte ich anschliessend sofort wieder zurueck zu meiner roten erde und dem angenehmen zirpen der grillen beim wildcamping. wenn das die ostkueste ist, dann werd ich wohl dafuer nicht viel zeit benoetigen. ;-)
vg aus cairns
marcus

Mittwoch, 27. Juni 2007

5 Tage campen im kakadu-nationalpark









Hier nun der bericht ueber mein mir selbst gemachtes geburtstagsgeschenk:

Viele freunde hatten mich im vorhinein schon drauf hingewiesen, dass ich doch bitte schoen einen trip in den kakadu-nationalpark buchen sollte, wenn ich mich in darwin aufhalte. Also kam ich diesem hinweis nach und entschloss mich am 20.6. dazu, mein naechstes abenteuer in australien anzugehen. Und ich kann euch jetzt schon verraten, es war der absolute traum. Da ich einen tag vor beginn der tour buchte, bekam ich auch gleich noch einen rabatt von ca. 90$ und somit kostete mich der spass dann "nur noch" 650$. Eigentlich wollte ich nur nen 4 tagestrip haben, aber irgendwie war das gerade nicht moeglich. am ende war es dann aber richtig, die 5 tage-tour zu nehmen.

also gings am naechsten tag um 6.30 los und wir fuheren zu neunt mit einem toyota gelaendewagen incl. anhaenger los. der erste tag war relativ ruhig und wir sassen eigentlich die meiste zeit im auto. Zwischendurch gabs eine motorboottour ueber einen billabong (bei uns bezeichnet man das als see!! ;-) ) und wir sahen ne ganze menge verschiedener tiere, wie voegel und krokodile. Nach ca. 2 stunden gings dann weiter und unser mittagessen gabs dann mitten im busch, an einem fluss. Im vorhinein fragte ich uebrigens eine angestellte meines hostels, ob ich fuer diese tour vielleicht doch besser festeres schuhwerk mitnehmen sollte. Sie meinte dass, sportschuhe ok waeren, aber bereits an diesem fluss merkte ich, dass wanderschuhe vielleicht doch besser gewesen waeren. Gegen abend erreichten wir dann nach ca. einer stunde fahrt auf einem waldweg unseren campingplatz und am naechsten tag gings dann auf zu ersten wanderung. Ziel waren malereien von ureinwohnern. Sicher habt ihr schon mal davon gehoert, dass sie, genau wie wir mit dem fotoappart fotos von bestimmten erlebnissen machen, erinnerungen an steinwaenden hinterlassen. Meisten sind sie mehrere 1000 jahre alt und zeigen goesstenteils tiere, die erlegt worden sind.
Nach ca. 4-5 stunden ueber stock und stein, vorbei an 3-4 wasserfaellen und vor allem durch huefthohes wasser, hatten wir dann unser ziel erreicht und erfuhren ne ganze menge geschichten von unserem guide ueber die australischen ureinwohner. zu unserem guide sollte ich villeicht noch hinzufuegen, dass er uns vor beginn der reise daraufhingewiesen hatte, dass er mit uns nicht die normal touristrecke machen wuerde, wenn wir damit einverstanden waeren, da man nicht genug sehen und erfahren koennte (Was das am ende fuer mich bedeutete, erfahrt ihr hier in diesem bericht etwas spaeter!!! :-) Mittag und eine abkuehlung gabs dann an und in unserem kleinen bach, dem wir die ganze zeit gefolgt waren. gegen 17.30 waren wir dann zurueck in unserem camp und fuhren dann gleich noch 2 stunden zu unserem naechsten zielort. Gegen 22.00 bin ich dann totmuede in mein zelt gefallen.

der 3. tag begann weitaus entspannter. ein kleiner weg fuehrte uns nach 30 min spaziergang zu ein paar wasserloechern, die sich nach, keine ahnung, tausenden von jahren in einen felsen gefressen hatten. Auch hier war wieder erholung und baden angesagt. anschliessend gings dann in ein neues gebirge, dass mit dem elbsandsteingebirge zu vergleichen ist. auch hier gings wieder nen berg rauf und so langsam merkte ich, dass meine turnschuhe fehl am platz waren und ich als so ne art, nachdem ich outdoorsporterfahrungen in oesterreich sammeln konnte, assistenzguide eingesetzt wurde, ohne das man mich fragte. Wir hatten naemlich 3 personen bei, die die 60 jahre schon erreicht hatten. Meine aufgabe war es dann ungewollt, diese 3 mittstreiter von einem felsen zum naechsten zu begleiten. der guide ist uebriegns immer voraus und ich durfte mich um seine touris kuemmern. Auch hier gabs wieder sehr schoene und atemberaubende landschaften, felsformationen und steinmalereien zu sehen. abschliessend gings dann nochmal fuer eine kurze abkeuhlung zu einem kleineren wasserfall.

der 4 tag gehoerte dann den jim jim falls. einem wasserfall, der um die 220m hoch ist. Auch hier durfte ich wieder als zivi einspringen, damit die aeltere generation was zu sehen bekommt. wiederum nach 2-3 stunden wanderung (ich kann euch schlecht beschreiben, wie anspruchsvoll der auf- und abstieg war (meiner meinung nach waere ne vernuenftige ausruestung mit helm, wanderschuhe, teilweise auch kletterausruestung angemessen gewesen) kamen wir oben an. wir standen direkt an der stelle, wo das wasser in die tiefe stuerzte (216m). auch hier wurde mir wieder bewusst, was er mit "nicht die normale Touristrecke" meinte. Nach lunch, baden und schlafen gings dann zum abstieg. der guide meinte, dass er vorgehen muesse, da er nicht mehr genau weiss, wo es runtergeht und das wir doch bitte ganz vorsichtig und leise seien sollten. einen weg nach unten wuerde es leider nicht geben und die umherirrenden ranger des nationalparks duerften uns auf keinen fall hoeren noch sehen, da wir bereits seit 2 stunden schon gegen die vorschrift "verlassen der vorgegebenen wege" verstossen hatten. Hier wurde mir dann alles abverlangt. Der guide war teilweise nicht mehr zu sehen, so dass ich immer am anfang der gruppe den weg vorgeben und am ende hilfestellung leisten musste, so dass opa und oma heil ueber die 50cm bis 1m breiten und 10-15m tiefen schluchten treten konnten. Am ende sind wir aber alle heile unten angekommen und ich hatte eine einladung nach perth, nen freibier in Darwin und nen versprochenes essen in sydney (dank meiner hilfestellung) in der tasche. :-)
Zwischenzeitlich hatte unser guide uebriegns noch nen 2,5 lange python und nen 1m langen und hochgiftigen night-tiger mit blossen haenden gefangen.

Unser lager befand sich uebrigens auch an einem ehr nicht so entspannten ort. wieder war es ein billabong, dessen schoenheit ich mich nicht wagen zu beschreiben. allerdings stellte sich dieser anblick vor ca. 3 jahren als truegerisch heraus. Damals wurde in der naehe unseres camps eine deutsche von einem krokodil ins wasser gezogen und nie mehr wieder gefunden (mein zelt stand so ca. 20m von diesem teich entfernt!!).

Am letzten tag gabs dann noch nen besuch in nem aborignicamp, wo man uns zeigte, wie traditionell tiere gefangen und gebraten wurden und wie man dieses komische rohr blaest (keine ahnung wie das geschrieben wird, faengt mit d an). Anschliessend gings dann wieder in richtung darwin.
so, das war mein geburtstagsgeschenk. Bis zum naechsten mal.
vg aus darwin
m

Dienstag, 26. Juni 2007

Bbbbbb....burtstag und Kakakaka...schenke







Es ist zwar nun schon wieder fast ne woche her, aber trotzdem "DANKE" an alle, die mir, obwohl ich nicht fegen war, keine jungfrau gekuesst und keine unvergessliche party geschmissen habe, zum 30. geburtstag gratuliert haben. Hier mal eine zusammenfassnung meines ehrentages:

8.30 aufgestanden
10.30 fruehstueck im yachthafen
12.00 besuch der museum und art gallery
14.00 besuch des darwin botanic garden
17.00 emails checken (es waren so um die 50, DANKE)
18.30 italienisch essen
20.30 erstes bier in einem pub
22.00 clubbesuch
3.30 ende

Eine witzige story gibts noch. Im museum ist staendig ne etwas fuellige 40 jaehrige um mich herumgetaenzelt (riesenausschnitt, minirock und cowboystiefel). Irgendwann hat sie mich dann angesprochen und mich zum kaffee eingeladen. Es stellte sich heraus, dass sie fuer die gleiche perlenfarm gearbeitet hat wie ich und sie meinte, dass sie, bezueglich meiner finger- und handprobleme, auch ne massageausbildung hat. Irgendwann meinte sie dann, dass ich sie ruhig anrufen und sie mir dann auf ihrem hotelzimmer die finger massieren koennte (dabei hat sie staendig mit ihren haaren gespielt!!). "Ja, ja. Finger massieren." Wer mir hier nen ueblen geburtstagsscherz verpasst hat, der moechte sich bitte sofort bei mir melden!!!! Ich hatte echt angst um mich und richtig probleme sie wieder loszuwerden. :-O

Broome -> Darwin





Hallo mal wieder,
hab mich ja nun schon wieder fast 2 wochen nicht mehr gemeldet. Der Perlenbootjob ist verdaut. Es erinnern mich nur noch meine etwas gefuehllosen finger der rechten hand daran. werd heut noch zum arzt rennen.

Seit meinem letzten eintrag hier ist mal wieder sehr viel passiert und ich hab echt probleme, alles komplett und in der richtigen reihenfolge zusammzutragen.

Hab also vor ca. 2 wochen broome verlassen und bin mit einem weiteren deutschen (ruediger) und 2 australiern per lift nach Darwin gefahren. 2000km in knapp 2 tagen bdeuteten also ca 10h autofahrt pro tag. Eigentlich hatte ich ja vor, mir den kimberleynationalpark anzusehen, aber ich hatte keine lust meinen ehrentag im busch zu feiern. also gings einen tag nach meinem letzten eintrag weiter richtung norden. Obwohl wir unseren highway kaum verlassen haben, konnte ich doch mal wieder einiges an landschaften und leuten kennenlernen. Die beiden aussies waren gut drauf und wir haben uns echt gut verstanden. Das nachtlager war auf einem aboriginalcampingplatz (unter backpackern werden sie auch braunmatten genannt) geplant. Vorher mussten wir dann noch nen paar lebensmittel und natuerlich bier kaufen. dafuer peilten wir mal wieder einen der wenigen orte unterwegs an und es war echt gruselig. Ueberall lagen wieder betrunkene ureinwohner rum und der bottleshop, in dem man hier den alkohol kaufen kann, aehnelte ehr einem Gefaengnis. Ueberall waren gitter vor den fenstern und die flaschen selbst durften nur in tueten und wenn moeglich sofort im auto verstaut werden. Ich traute mir kaum nen foto von dem gebaeude zu machen, denn ueberall standen sie rum und starrten uns an, als ob sie noch nie nen weissen gesehen haetten.
Gegen abend hatten wir dann unseren campingplatz fuer 5$ die nacht erreicht. Hier war die situation dann wieder ganz anders. der manager des platzes war ebenefalls ein aboriginie und wir wurden sofort eingeladen mit ihm, seiner familie und anderen campern am lagerfeuer zu erzaehlen, zu essen und selbstverstaendlich zu trinken. ein sehr cooler abend, den ich sicherlich nicht so schnell vergessen werde.
Am naechsten tag gings dann weiter. Ausser einem stop an einem aussichtspunkt (30min walk incl. blasen an den fuessen), gabs hier nix neues zu berichten. gegen 9.00 hatten wir dann endlich darwin erreicht. Bilder gibts evtl. morgen dazu.

Donnerstag, 14. Juni 2007

der 2. job - cygnet bay pearls






Liebes Tagebuch,


eines tages, es war im letzten monat in perth, da sagte jemand zu mir "und wenn du nach broome kommst, dann musst du versuchen auf ein perlenboot zu kommen. da arbeitest du 10 tage, hast freie unkunft und verpflegung, bekommst 1000 dollar dafuer und hast dann 4 tage frei. dann wieder 10 tage usw.". In Broome angekommen, wieder das gleiche. Nur, dass es diemal sogar spass machen sollte, angeblich kaum was zu tun hat ist und man sogar 1300 dollar netto bekommt. Ok, ich also los. Hab mich dann mit meinem tollen deutschen boostfuehrerschein fuers meer (ich hab ueberhaupt keine praxiserfahrung, was das anbelangt) bei verschiedenen agenturen und perlenfarmen beworben und kaum waren 24 h vergangen, da hatte ich meinen so tollen, sehr gut bezahlten bootsjob (130$/ Tag) in der tasche. 7 Tage spaeter holte man mich dann und einige andere personen vor meinem hostel ab und es ging auf eine 300km lange fahrt. Es gab nicht viel zu sehen. Nur roter sand, der sich als "sehr guter" strassenbelag heraustellte und links und rechts nur busch. Mit einem normalen fahrzeug hat man uebrigens keine chance diese "highways" zu befahren. Aber mit allrad geht das. Sogar bis 130 km/h und flip flops!!!!!!!!!!!!!!!!! Endlich angekommen (ich hab unterwegs wirklich keinen anderen menschen bzw. nen anderes haus an der strasse gesehen) dachte ich eigentlich, dass es dann sofort aufs schiff geht. Nein, wir hatte so ne art bungalow, der mehr oder weniger direkt am Strand lag (10m oder so) und ich durfte quasi mit meeresrauschen im hintergrund einschlafen. Am naechsten tag stellte sich dann heraus, dass wir gar kein grosses boot haben, sondern jeden tag aufs meer hinausfahren und abends wieder reinkommen wuerden. Ok. Hab ich kein problem mit. Um 5.00 uhr war aufstehen angesagt. 6.00 uhr gings los. Ich hab vom boot aus einen sehr schoenen sonnenaufgang erleben duerfen, das meer war tuerkisblau und der strand weiss. genau so, wie man sich einen urlaubsort vorstellt. Uebrigens hab ich auch delphine und schildkroeten gesehen und alles schien perfekt, waere da am ersten tag nicht die



ueberlkeit, das erbrechen, die stundenlangen schwindelanfaelle, die schnitte und kraempfe in den fingern, die angeschwollenen haende, die stinkenden muscheln, die angeblischen krokodile am strand, die schlangen vor meinem waschraum, die ameisen und geckos in meinem zimmer und der langweiligste job, den ich je hatte. Nach ca. 5 tagen hab ich dann 4 verschiedene moeglichkeiten der lohnberechnung kennenlernen duerfen und am ende waren es dann nicht 130$/tag, sondern 80$. Umgerechnet knapp 5euro/ h. Meine motivation schien am ende. wie sollte ich bloss die restlichen tage durchhalten? einfach abhauen ging ja nicht und ich versuchte mich dann mit einem meiner etwas abgewandelten lieblingssprueche (zum glueck hab ich in'ner schule aufgepasst...) bei laune zu halten. Mittlerweile bin ich da, zum glueck, wieder weg. Ein kleines andenken hab ich dann aber doch mitnehmen duerfen. Nein. Keine perle. Eine kleine infektion an meinen haenden. Angeblich soll sie nach 2 tagen abklingen, aber irgendwie hab ich die schmerzen und schwellungen schon fast ne woche. Ich kann kaum zugreifen und irgendwie scheinen mir hier beim schreiben auch gleich die finger abzufaulen. Aber fuer dich, liebes tagebuch, halte ich das noch durch. Schliesslich hab ich den groessten alptraum meines lebens hinter mich gebracht. so viel australien in nur 10 tagen, dass wollt ich nun wirklich nicht. koennte jetzt eigentlich meinen flug nach deutschland buchen.


Zum job selbst kann ich nur sagen 'die ersten 30min wars noch interessant, aber dann nur noch boring, boring, boring". wir durften den ganzen tag, mittlerweile hatte ich mir dann nen paar reisetabletten gegen seekrankheit besorgt, so knapp 0,5qm grosse platten mit taschen, in denen die muscheln waren, von anderen muscheln, krebsen und anderen klebrig, glitschigen getier und pflanzen befreien. Auf den bildern erkennt man das ja ein wenig und as dann 10 h lang. ich sag dir, spass ist was anderes. Ab und zu durften wir auch mal an land ran und die muscheln fuer die ernte (Perle rausnehmen) vorbereiten. Wie toll. Mehr abwechslung gabs leider nicht.


Zum glueck habe ich aber, wie solls auch anders seien, einen deutschen dort kennengelernt. Nennen wir ihn mal den R und damit es etwas einfacher zu verstehen ist. Sagen wir zu R mal Ronny. Ronny war ca. 2,05 m gross, Nickelbrille, ca. 75kg (was fuer diese grosse nicht viel ist) und kurzgeschorene Haare."ick bin der ronny und komme aus berlin wa! (hier gleich mal einen gruss an alle meine berliner freunde jaqueline, tobias, daniel, ingo und natuerlich auch meine oma, sorry, aber dass muss ich jetzt mal schreiben, ich find die berliner eigentlich total dufte, wa!) Ick finds total geil hier. Ditte is australien wa? (Ach nee. haett ich jezt nicht herausgehoert, dass du aus berlin bist und schon gar nicht, dass wir in australien sind) "und was machst du hier?" "allet wat so anfaellt, wa. So autos reparieren, anker schweissen und andere sachen." "Aha, du bist also Metallbauer" "Nee, ick bin schlosser!" (ahhh, stimmt. mein fehler.) Ronny hat sich uebrigens gleich auch fuer mich beim koch durchgesetzt (Hi will, have you a bottle for my german friend hier?" (ahha, freunde sind wir also auch schon) Und ueber seine familienverhaeltnisse hat er mich uebrigens auch gleich nach 2min in kenntniss gesetzt "nachdem mene freundin schluss jemacht hat, hab ick jesacht 'juut, ick je nach australien. du krichst die katzen!'" Ansonsten hat Ronny immer schoen versucht, seine englischkenntnisse unter beweis zu stellen. Eigentlich tat er mir schon langsam leid, aber er hat auch immer alles dafuer gegeben, dass die anderen sich ueber ihn lustig machten. Am letzten abend sollte dann noch ein volleyballmatch stattfinden "aussis against the rest of the world". Die regeln. Es gibt keine. und nachdem ronny seine 2.05m 5cm in den himmel schraubte und ich glaub, seinen selbsterfundenen, beidarmigen, windmuehlartigen schmetterschlag 'ich kann auch das netz beruehren!' ansetzte und natuerlich den ball verfehlte, kam dann als ausrede "its to cold for my brain!". ich weiss nicht, ob du dir die situation vorstellen kannst, mein liebes tagebuch, wir lagen zumindest alle im sand vor lachen und ronny schien das aber gar nicht wirtzig gemeint zu haben. So, dass wollte ich noch hinzufuegen, damit dieses Abentuer nicht ganz so negativ rueberkommt. Bis zum naechsten mal liebes tagebuch. dein marcus

Samstag, 2. Juni 2007

Broome







Hallo liebe freunde,

mittlerweile bin ich nun schon wieder ueber eine woche hier und ich bin sehr gespannt, ob mich mein zukuenftiger arbeitgeber, wie verabredet, vor meinem hostel auch abholt. Wir werden sehen.

Ansonsten war die woche sehr entspannt hier. ehr zu entspannt. zwischenzeitlich hab ich mich ganz schoen gelangweilt. Wirklich viel, ausser geld ausgeben und am strand rumwelzen (womit ich echt kein problem hab) geht hier nicht viel.

Der Montag begann trotzdem sehr aufregend. Es sollte ein strandtag werden. das wetter war sehr gut und los gings. Am strand angekommen, informierte uns der busfahrer, dass baden derzeitig nicht moeglich ist. Und jetzt kommts. Ein krokodil war aus dem ca. 500m entfernten michael douglas krokodilpark ausgebrochen und ins meer gefluechtet. OK, wir gingen trotzdem an den strand. Das erstaunliche war. Es hat wirklich keinen interessiert, ob da nun ein 2m langes krokodil rumschwimmt oder nicht. jedenfalls waren alle im wasser. Ich ebenfalls. Na ja, dass zog sich dann bis fr. so hin und wurde noch am gleichen tag von einem haialarm abgeloest. Fuer 2 min wurden dann dafuer alle leute aus dem wasser geholt und eine rote fahne gehisst. Wie gesagt, fuer 2 min. Dann durften aber alle wieder ins wasser und brauchten sich selbstverstaendlich wegen des hais keine sorgen machen. Ja, ja!!

Den Krokodilpark haben wir uns dann mittw. angesehen. war ganz nett. Sie wurden gerade gefuettert und es waren echt nen paar riesen broken dabei. so 5-7 m lang. Wer uebrigens mit dem namen malcom douglas nichts anfangen kann. Man konnte vor ein paar jahren mal seine krokodildokumentationen bei uns im fersehen sehen. Grauer Vollbart, kleines boot und immer nen hund dabei! Vielleicht hilft das ja weiter! Ich durfte uebriegens sogar mal nen kleines in die hand nehmen. War ganz witzig.

Do. hab ich mir dann mal wieder einen kleinen ausgang genehmigt. Bin mit robert in den wohl einzigen club hier in broome gegangen und es war eigentlich nicht so schlecht. Das ganze fand unter freiem himmel statt und Palmen standen da auch irgendwo rum. leider kostete ein bier der marke corona gleich mal 8$. War aber eagal. Musste ich mir mal wieder genehmigen und so bin ich dann irgendwie auf ne rechnung von ueber 50$ gekommen. Uebrigens gibts hier "HANS (Jim Beam Cola)" in flaschen (nebenbei schoenen gruss an die krasse herde!!). Was auch sehr ueberraschend war, dass ab um 1.00, die paty war gerade richtig in gange, einfach die musik ausgemacht wurde und schluss war. bis auf ein paar betrunkene australische ureinwohner, die mit flaschen um sich warfen, ist dann leider nix mehr passiert. Ich muss sagen, in dieser hinsicht sind die australier sehr, sehr vorsichtig mit allem. Man darf keinen alkohol oeffentlich herumtragen (Ein aboriginie koennte dich ja diesbezueglich ueberfallen), man findet keinen pool, der nicht von einem "schoenen" zaun umgeben ist (ja, ja und bei krokodilalarm trotzdem schwimmen) und halt die sperrstunde. Komisch, komisch.

Ja und nun ist sonntag und wir haben eigentlich bis heute nur am strand rumgelegen. Heute musste ich uebrigens nochmal fuer eine nacht mein hostel wechseln, weil ich "erst mittw." nach einer verlaengerung gefragt hatte!! Langsam kommen wohl alle backpacker in den norden. wegen dem schoenen wetter selbstverstaendlich (in perth sind nachts so um die 3-5 grad) und es ist somit sehr schwer hier ne unterkunft zu finden und erst recht nen job. vor 2 wochen hiess es noch "ja in broome, da findst du immer was!" Das war wohl noch ausserhalb der saison. Von daher bin ich sehr froh, wenn das morgen alles klappt und dann auch noch ne ganz weile anhaelt.

Ach so, mein kleiner kumpel robert verlaesst mich heute oder morgen und ich werd wieder alleine umherziehen. Er geht jetzt noch nach Darwin und fliegt dann nach Brisbane, an die ostkueste. Sein studium beginnt in deutschland, wie bei so vielen hier und er muss daher, nach 11 monaten, wieder zurueck nach deutschland. Viel glueck robert.

So, dass wars wieder.

Bis zum naechsten mal.

marcus

Montag, 28. Mai 2007

schnorcheln am Ningaloo Reef in Exmouth





Hallo an alle,

nachdem wir unsere farm nun verlassen mussten und der farmer uns zum bus gebracht hatte, gings dann ca. 15h weiter in richtung norden zum ningaloo reef. Gluecklicherweise fuhren wir die strecke in der nacht und so konnten wir wenigstens ein wenig schlafen. Morgens um 5.00 waren wir dann in exmouth und tranken erstmal, in der einzigen tankstelle des ortes, einen kaffee. Wo sollten wir auch hin? Schliesslich hatten wir vorher kein zimmer gebucht. Gegen 7.00 gings dann auf die suche und es hat gleich bei der ersten anfrage geklappt.

Die naechsten drei tage lassen sich dann doch relativ schnell zusammenfassen. Es war einfach nur langweilig. Der strand war nicht so besonders und ansonsten gabs auch nicht viel zu sehen. Fuer den vierten tag hatten wir dann eine schnorcheltour gebucht. angeblich koennte man riffhaie, schildkroeten, mantas und evtl. auch einen waal-hai, den groessten fisch der welt, bestaunen. Und man versprach uns ebenfalls, dass wir fuer 50$ zusaetzlich, auch mal richtig tauchen koennten. ich hatte das bisher noch nie probiert und es war fuer mich eine gute gelegenheit mal zu testen, ob es denn ueberhaupt etwas fuer mich ist.

leider war das ergebnis dann wieder sehr ernuechternd. wir waren die beiden einzigen schnorchler von ca. 11 personen (alles taucher) auf dem boot und man schien sich nur um diese zu kuemmern. fuer uns war auf dieser tagestour gerade mal ein schnorchelgang geplant, was sich uebrigens erst so gegen mittag herausstellte. den rest des tages sollten wir dann auf dem boot verbringen. die taucher hingegen, wurden zu drei unterschiedlichen spots gebracht.

Ach so, vom schnorchelgebiet war ich uebrigens auch sehr entaeuscht. Eigentlich hatte ich die schoensten korallen und die buntesten fische erwartet. stattdessen waren die korallen braun, dunkelgruen und blau. Schoene fische gab es nur vereinzelt und wenn dann auch immer nur die gleichen. fuer einen anfaenger vielleicht sehr schoen. leider war ich schon etwas von Aegypten verwoehnt. einen riffhai hatte ich uebriegns fuer ca. 20 sek. dann doch noch sehen keonnen. Allerdings muss unsere erfahrung hier die ausnahme gewesen sein. hab von vielen gehoert, was sie alles tolles haben sehen koennen. na ja, vielleicht wirds ja an der ostkueste dann besser.

Am gleichen abend gings dann auch schon wieder mit den bus weiter. stellt euch vor, ihr steigt in Hamburg in den bus. seht unterwegs nur 3m hohe baeume, straeucher und grass, so weit das auge reicht. Zwischenzeitlich kommt ihr an drei orten vorbei, die nicht mehr als 1500 einwohner haben und am ende eurer tour steigt ihr nach 22 h wieder aus. Ich denke mal, dass ihr jetzt ungefaehr in Barcelona seien muesstet. Ich kanns euch nicht anders erklaeren. es ist unvorstellbar, wie gross dieses land ist.

Hoehepunkt der tour war uebrigens eine kuh, die nachts mitten auf der strasse stand und den weg versperrte. der busfahrer versuchte ganz vorsichtig an ihr vorbeizufahren. Am ende hoerte ich dann nur noch ein lautes "rummms". Ich hoffe, dass sie es ueberlebt hat.

Unser zielort, den wir ja dann auch endlich erreicht hatten, heisst uebrigens Broome und er besitzt angeblich einen der drei schoensten straende der welt (cable beach). Als wir dann am naechsten morgen aus unserem etwas dreckigen und verkommenen hostel heraustolperten, sahen wir auch erst einmal, wo wir ueberhaupt gelandet waren. Palmen, blauer himmel, uberall gruenflaechen und ein sehr kleiner schoener ort, in dem stress keine rolle zu spielen scheint. Diesen anblick, ok, bis auf den blauen himmel, waren wir die letzten vier wochen gar nicht mehr gewohnt. Und es stimmt wirklich, dieser strand scheint einmalig zu sein. er ist ca. 100m breit, ist weiss und mehrere km lang. Das wasser besitzt ein blau, dass ich nicht beschreiben kann und moechte. Die sonnenuntergaenge sind unbeschreiblich und hab ich in dieser form noch nie gesehen. Gestern abend war dann das touristenspektakel perfekt und an kitsch nicht mehr zu uebertreffen, als genau zum zeitpunkt des unterganges ein segelboot an uns vorbeifuhr und eine kamelkravane an uns vorbeizog.

Mittlerweile befinde ich mich nun wieder auf jobsuche und es sieht so aus, dass ich bereits fuer naechsten montag einen hier sehr, sehr begehrten job bekommen habe. Meinem bootsfuehrerschein sei dank. Ihr habt recht, hoert sich nach einem weiteren spannenden erlebnis an. alles weitere dann beim naechsten mal. euer marcus